Die ersten Symptome von Morbus Bechterew treten im frühen Erwachsenenalter zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. Bei jungen Erwachsenen sind es vor allem Rücken- und Gelenksschmerzen, aber auch Schmerzen in den Fersen oder im Brustbein könnten frühe Symptome sein.

Wann und in welcher Form treten die Beschwerden auf?

Die Rückenschmerzen sind bei Morbus-Bechterew-Patienten nachts gewöhnlich am heftigsten. Auch Beschwerden im unteren Bereich der Wirbelsäule können als typische Anzeichen in der Frühphase gelten.

Treten mindestens zwei der folgenden Symptome zusammen auf, wird der Schmerz meist durch eine Gelenkentzündung verursacht:

  • Schmerz in der zweiten Nachthälfte
  • Morgensteifheit/Anlaufschmerz
  • Müdigkeit
  • Nachlassende Steifigkeit durch Bewegung
  • Schmerzen im Gesäß, abwechselnd rechts und links

Bedingt durch den Schmerz, leiden die Patienten unter individuell ausgeprägten Bewegungseinschränkungen, die einen hohen Leidensdruck verursachen können.

Das Anfangsstadium mit dem Auftreten erster Symptome wird als Frühphase oder Frühform bezeichnet. Sie lässt noch keine Prognose über den weiteren Verlauf der Erkrankung zu.

So verlaufen die Symptome von Morbus Bechterew.

Vermeide es, lange vornüber gebeugt zu arbeiten, und nutze Hilfsmittel wie einen Hocker.

Wie verläuft Morbus Bechterew?

Die weitere Entwicklung der Erkrankung kann sehr unterschiedlich sein und ist daher nicht vorhersagbar. Das gilt sowohl für Häufigkeit und Intensität der Krankheitsschübe als auch für deren Schweregrad. In Phasen erhöhter Krankheitsaktivität wechseln schmerzhafte Erschöpfungszustände, die von Fieber begleitet sein können, mit Phasen, die weitgehend symptomfrei sind.

Bei einem eher milden Verlauf bleiben die entzündlichen Schmerzen auf die untere Wirbelsäule beschränkt, während bei schweren Verläufen ausgedehnte Bereiche der Wirbelsäule betroffen sind. Brustkorb und Wirbelgelenke verlieren dann zunehmend an Beweglichkeit, bis hin zur Ausbildung eines Rundrückens, der sich versteifen kann.

In schweren Fällen (ca. 20 % der Patienten1) können auch andere Organe von entzündlichen Prozessen befallen sein: die Regenbogenhaut des Auges, das Herz, die Nieren, die Lungen oder die Aorta. Auch entzündliche Darmerkrankungen können dann auftreten.

Erkrankung und Verknöcherung der Gelenke

Im Rahmen entzündlicher Prozesse kommt es zur Ausschüttung diverser Botenstoffe mit Effekten am umliegenden Körpergewebe. Bei Morbus Bechterew werden die sogenannten Osteoblasten aktiviert, das sind Zellen, die für den Knochenaufbau zuständig sind. Sie lösen am Ort der Entzündung die Bildung von neuem Knochengewebe aus, das heißt an den Gelenken, die eigentlich der Beweglichkeit dienen. In der Folge kann es zu einer Verknöcherung und damit Versteifung der Gelenke und der damit verbundenen Skelettstrukturen kommen.

Der Verknöcherungsprozess wird in der Fachsprache als Ankylosierung bezeichnet und Morbus Bechterew als ankylosierende Spondylitis (AS). Dabei muss es nicht zu einer starken Verknöcherung kommen, es treten auch sehr milde Verlaufsformen auf. Man spricht dann eher von Spondyloarthritis, das ist der Oberbegriff aller entzündlichen Wirbelsäulenerkrankungen, während sich Morbus Bechterew vor allem auf schwerere Verläufe bezieht.

Mit dem Schober-Test kann man prüfen, wie beweglich die Lendenwirbelsäule ist.

Quellen

1 https://www.netdoktor.de/krankheiten/morbus-bechterew/